Leistungen

Bau- und Immobilienwesen

Bauherrn, Eigentümer, Handwerksfirmen, Immobilienmakler, Mieter, Planer, Vermieter

  • Konfliktberatung
  • Projektbegleitung
  • Moderation
  • Konfliktmanagement
  • Baumediation
  • One-Party-Mediation
  • Follow-up

Wirtschaft

  • Beratung und Klärungshilfe (z.B. bei Konflikten am Arbeitsplatz)
  • Moderation
  • Wirtschaftsmediation nach dem 5 Phasen-Modell (inkl. Abschlussvereinbarung)
  • One-Party-Mediation
  • Follow-up

Ein Fallbeispiel

Frau Steger hatte die Firma Lange mit der Planung und Ausführung der Schreinerarbeiten für Ihren Ladenumbau beauftragt. Mit Abschluss der Arbeiten wurde von Herrn Lange die Schlussrechnung gestellt. Nach Ansicht von Frau Steger gab es jedoch einen maßgeblichen Planungsfehler. Zudem standen noch Restarbeiten sowie Mängel zur Beseitigung aus. Dieser Umstand wurde von ihr mehrmals mündlich und auch schriftlich mitgeteilt. Herr Lange konnte in den von ihm erbrachten Leistungen allerdings keine Fehler erkennen – weder bei der Planung noch in der Ausführung. Deshalb und weil er dringend andere Auftragsarbeiten fertigstellen musste, bot er seiner Auftraggeberin für die (vermeintlichen) Nacharbeiten und Mängel einen Preisnachlass an. Die Angelegenheit war damit für ihn erledigt.

Da alle weiteren Klärungsversuche seitens Frau Steger ohne Resonanz blieben, teilte sie Herrn Lange schließlich mit, aufgrund der ungeklärten Sachlage ca. 2/3 des Rechnungsbetrags vorerst einzubehalten. Dem Schreiben war eine Übersicht der aus Ihrer Sicht vorhandenen Restarbeiten und Mängel beigefügt. Gleichzeitig hielt sie jedoch ihre Bereitschaft fest, die fachgerecht erbrachte Leistung nach Klärung vollständig zu bezahlen.

Eine klassische Mediation findet üblicherweise in einem neutralen Büro statt. Da der Konflikt aber noch nicht eskaliert war, war mit beiden Parteien im Vorfeld vereinbart worden, eine Moderation durchzuführen.
Um die strittigen Punkte direkt in Augenschein nehmen zu können, fand der Termin im Laden statt. Der Einsatz mediativer Techniken führte bei beiden sehr schnell zu dem so wichtigen wechselseitigen Verständnis.
Zudem waren sowohl Frau Steger als auch Herr Lange sehr daran interessiert, den Konflikt beizulegen und schnell wieder handlungsfähig zu werden. Die Liste mit Restarbeiten und Mängeln eignete sich bestens, die einzelnen, strittigen Punkte systematisch und strukturiert zu bearbeiten.

Nach ungefähr zwei Stunden waren alle offenen Punkte bearbeitet und für jeden einzelnen eine gemeinsame Festlegung getroffen worden.

Ein weiterer Fall

Das Ehepaar Diesling hatte von den Schmieders, einem älteren Ehepaar, das im selben Haus wohnte, eine kleine Wohnung gemietet. Nun wollten Sie in eine größere Wohnung umziehen. Den Vertrag hatten sie fristgerecht gekündigt und den Großteil der Möbel bereits umgezogen.

Schon vor der Kündigung hatte es in den letzten Monaten immer wieder Unstimmigkeiten, u.a. wegen Einhaltung der Hausordnung, gegeben. Vorbereitend zur Wohnungsübergabe hatte Herr Schmieder die Wohnung in Augenschein genommen und war über den vermeintlich schlechten Zustand ziemlich schockiert. Insbesondere bei den Parkettböden und der Einbauküche sah er keine andere Möglichkeit als diese komplett austauschen zu lassen. Zudem sollten alle Fenster sowie sämtliche Wandflächen neu gestrichen werden. Die Kostenübernahme war seines Erachtens eindeutig Sache der Mieter.

Familie Diesling hatte die Decken und Wände beim Einzug auf eigene Kosten tapezieren und den vorhandenen Parkettboden schleifen lassen. Im Gegenzug hatten ihnen die Schmieders zugesagt, dass die Wohnung beim Auszug nur endgereinigt werden muss. Allerdings wurde diese mündliche Absprache nicht im Mietvertrag festgehalten. Die Beschädigungen der Küche waren ihrer Meinung nach lediglich Gebrauchsspuren. Da sie befürchteten die Kaution (3 Monatsmieten) nicht zurückzubekommen, hatten die Dieslings die Mietzahlungen eingestellt.

Die Mediation fand in der geräumten Wohnung statt. Beide Parteien stellten ihre jeweilige Sicht der Dinge dar. Dies war gerade für die Schmieders mit Emotionen verbunden. Aber nicht in Form von Aggressionen gegenüber ihren Mietern, sondern hinsichtlich des Zustands ihres Eigentums. Dies schien wiederum die Dieslings zu überraschen.

Im weiteren Verlauf wich das bis dahin zwischen beiden Parteien vorhandene Misstrauen langsam dem Verständnis füreinander. Auch konnte sich Frau Schmieder an die mündliche Abstimmung erinnern. Der Austausch des Parkettbodens und das Streichen der Wandflächen waren somit obsolet. Das Streichen der Fenster lag lt. Mietvertrag ohnehin in der Verantwortung des Vermieters.

Das Ehepaar Diesling sagte dagegen zu, die Kosten für die neue Dunstabzugshaube und die vollständige Überarbeitung der Schränke durch einen Schreiner zu übernehmen. Die Kosten sollten mit der Kaution Verrechnet werden. Selbstverständlich sollte die ausstehende Miete noch am selben Tag überwiesen werden.
Beide Ehepaare waren sehr daran interessiert, das eigentlich doch gute Mietverhältnis einvernehmlich und nicht im Streit zu beenden. Dadurch konnte ein Rechtsstreit vermieden werden.