Der Begriff »Konflikt« kommt aus dem lateinischen »confligere« und bedeutet »zusammentreffen/kämpfen«. Ignoriert man das Martialische in diesem Wortlaut, kann durchaus eine Chance für erforderliche Veränderungen abgeleitet werden.

Der Umgang mit Konflikten

Unterdrückte Konflikte kommen einem Stillstand gleich – jedoch sind sie ein unausweichlicher Bestandteil im beruflichen Kontext. Maßgeblich ist aber nicht die zwingende Vermeidung – was ohnehin nicht möglich ist – sondern vielmehr der Umgang mit Konflikten bis hin zur Streitbeilegung.
Der amerikanische Wissenschaftler und Autor William Ury hat dazu geschrieben:

„Ein Konflikt ist unvermeidlich wie der Regen. Richtig dosiert kann er eine Wohltat sein;
zu viel am falschen Platz kann zum Problem werden.
Wir brauchen Systeme, die Konflikte ohne zu großen Aufwand wieder in die richtige Bahn lenken und deren Bewältigung ermöglichen.“

Konflikte entstehen durch Kommunikation und können auch nur durch Kommunikation wieder gelöst werden. Dabei ist es unerlässlich, die Ursachen nicht zu ignorieren, sondern detailliert herauszuarbeiten. Kontroversen haben nur auf den ersten Blick denselben Sachverhalt. Geprägt durch die Persönlichkeit und die jeweiligen Interessen der Kontrahenten werden sie jedoch unterschiedlich wahrgenommen und beurteilt.

Schnelle und zielgerichtete Lösungsfindung

Mediation ist ein sehr strukturiertes Konfliktmanagement. Es geht nicht umd die Schuldfrage, sondern um lösungs- und zukunftsorientierte Ergebnisse. Der Prozess wird von einem allparteilichen, also unabhängigen, Mediator mit geeigneten Kommunikations- und Verhandlungstechniken geleitet. Dabei erarbeiten die Parteien (Medianten) eigene Lösungsvorschläge und entwickeln ein Gespür für die Interessen des Gegenübers. Der Mediator hat keinerlei Entscheidungsbefugnis – ihm obliegt die Strukturierung und Leitung des Verfahren.
Die Freiwilligkeit und das Einvernehmen über die Vertraulichkeit sind grundlegende Voraussetzungen für das Verfahren. Für den Erfolg der außergerichtlichen Streitbeilegung sind die Bereitschaft zum eigenverantwortlichen Handeln und zur Übernahme von Verantwortung unabdingbar.

Unterschied zur Schlichtung

Anders als bei der Schlichtung werden in der Mediation keine Positionen verhandelt, sondern die sich dahinter verbergenden, meist vielschichtig gelagerten Interessen herausgearbeitet. Ziel ist die Findung eines Konsens‘, der im Gegensatz zum Kompromiss die Interessen beider Parteien gleichermaßen und vor allem nachhaltig berücksichtigt. Eine Rechtsbindung entsteht dadurch nicht. Scheitert die Mediation, besteht weiterhin die Option, eine juristische Instanz über den Streit entscheiden zu lassen.
Der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass auch Schiedsgutachten und im Bauwesen die Adjudikation Instrumente der außergerichtlichen Konfliktlösung sein können.